Eine Geschichte aus dem Leben

Am vergangenen Montag, den 27.06.2011, klingelt es an der Tür und davor stehen eine Frau und ein Mann. Zwei "freiwillige Polizeihelfer", also zwei Selbstdarsteller mit einem Ego so groß wie der Eifelturm und ausgestattet mit angebliche "umfassende" Machtbefugnisse durch das Land Hessen. Diese zwei Teilzeitkräfte versuchten sich massiv Zutritt zur Wohnung zu verschaffen, um Ermittlungen und Personenfeststellungen durchzuführen. Das wurde ihnen selbstverständlich und mit Recht verweigert.

Sie wollten den Herrn Janssen sprechen, der aber noch nicht zu Hause war. Es gibt eben Menschen, die arbeiten müssen.

Kurz und gut, die Sache war zunächst erledigt.

Weit gefehlt, denn wir hatten nicht mit der Hartnäckigkeit unserer Staatsmacht gerechnet.

Am nächsten Abend gegen 20:00 Uhr standen diese zwei Teilzeitkräfte wieder vor der Tür, diesmal in Begleitung eines Einsatzwagens der regulären Polizei mit zwei richtigen Polizeibeamten. Also, ein riesiger Polizeieinsatz mit einem Auflauf der neugierigen Nachbarn auf der Straße. Der Herr Janssen war aber wieder noch nicht zu Hause. Sie müssten aber mal selbst in der Wohnung nachsehen.

Wie bitte? Wo leben wir denn? Wurde das Grundgesetz abgeschafft? Haben wir irgendwas verpasst?

Wo er denn wäre? Warum ist er nicht zu Hause? Wo arbeitet er? Wer ist sein Arbeitgeber? Wann ist er denn zu Hause? Herr Janssen solle dem Ordnungsamt per Fax den Zahlungsbeleg schicken und damit die Zahlung nachweisen. An welche Faxnummer? Das wussten die Freiwilligen nicht. Ja wir aber auch nicht! Wenn er das nicht macht und nicht zu Hause ist und befragt werden kann, werden wir ihn . . .! Ja was werden sie ihn? Zur Fahndung ausschreiben? Ihn auf offener Straße irgendwo verhaften? Mit körperlicher Gewalt zu irgend etwas zwingen? In eine Vollzugsanstalt einliefern?

Leute, bleibt mal auf dem Teppich.

Letztendlich ging es um ein angeblich nicht bezahltes Verwarnungsgeld in Höhe € 15,00 wegen einer Geschwindigkeitsübertretung von sage und schreibe 7 km/h. Eines der schwersten Vergehen, die in diesem Staat möglich sind und welches mit aller Härte bestraft werden muss.

Ach so, bezahlt war das Verwarnungsgeld bereits.

Armes Deutschland

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