Unsere Mietzeit in Schwickartshausen

 
     
 

Hurra, wir hatten ein Haus gefunden nach unserem Geschmack. Ein alter Bauernhof, jede Menge Wohnfläche, mit Nebengebäuden und großem Hof. Das alles zu einem bezahlbaren Preis. Schnell waren wir uns einig mit dem Vermieter, Hans-Jürgen G.

 

 
 

DIE SÖHNE

Aber wir waren noch nicht einmal eingezogen, da gingen die Probleme bereits los. Wir kamen eines Abends zum Renovieren und mussten feststellen, dass die Söhne von Hans-Jürgen G. sich unerlaubt im Haus aufgehalten haben. Wir zahlten bereits Miete und hatten das alleinige Hausrecht. Einen Schlüssel hatten sie offenbar noch. Das war offensichtlich Hausfriedensbruch. Aber ein neues Mietverhältnis beginnt man nicht sofort mit einem Riesentheater. Also beliessen wir es mit einer Information darüber an den Vermieter. Erst später wurde uns klar, was sie gesucht hatten: Ihr "Partyzubehör" nach § 29 BtMG, welches sie vor Abschluss des Mietvertrages nicht mehr entfernen konnten und wir bereits im Müll entsorgt hatten.

Das nächste Problem liess aber nicht lange auf sich warten. Wir hatten die Scheune zur Benutzung für unsere Motorräder mit gemietet. In dieser Scheune hatten die Söhne von Hans-Jürgen G. auch ihre Motorräder untergestellt und sich eine kleine Werkstatt für sich und ihre Freunde eingerichtet. Nicht nur, dass sie uns die Nutzung versagten, nein sie tauchten regelmässig mit 4- 8 Leuten dort auf, reparierten ihre Motorräder und machten dann häufig Fahr- und Bremsversuche im Hof. Das sogar teilweise bis spät in die Nacht. Dazu kommt noch, sie verbrauchten unseren Strom, unser Wasser und unsere Heizung. Wo sie ihre Notdurft verrichteten, bleibt bis heute ein Geheimnis.

 

 
 

DIE HAUSTÜR

Nun denn, wir sind dann Ende Dezember eingezogen und fühlten uns auch recht wohl. Die defekte Haustür, das Sicherheitsglas war herausgebrochen, sollte sofort noch erneuert werden. Weit gefehlt, es war mittlerweile Ende Februar, war die Tür noch immer nicht repariert. Erst als wir einen Teil der Miete einbehalten hatten, wurde er tätig. Dann ging es recht schnell und wir hatten eine intakte Haustür.

 

 
 

DIE UNTERMIETER

Dann gab es zunächst keine weiteren Vorkommnisse. Bis etwa Ende des Sommers immer wieder laute Poltergeräusche vom Dachboden zu hören waren. Wir hatten Mitbewohner, Marder, wie der Vermieter meinte. Er brachte eine Marderfalle, damit wäre das Problem dann beseitigt. Gesagt, getan, nur Marder konnten wir keine fangen. Irgendwann war die Marderfalle von dem Platz auf dem Dachboden verschwunden. Logisch, das waren keine Marder, wir hatten Waschbären auf dem Dachboden. Diese Waschbären hatten zweimal pro Jahr Junge, die sich dann da oben austoben. Oft genug war an Nachtruhe nicht zu denken. Aber unseren Vermieter interessierte das wenig. Selbst Mietkürzungen halfen hier nicht weiter. Erst als die Waschbären beim Spielen mehrere Dachziegel herunter geworfen hatten, wurde er wieder tätig. Mit diesen Waschbären mussten wir bis zu unserem Auszug drei Jahre lang leben. Auf dem Dachboden abgestellte Kisten und Koffer wurden total zerlegt und der Inhalt auf dem gesamten Dachboden verstreut und zerstört.

 

Waschbärnachwuchs

Chaos auf dem Dachboden

Chaos auf dem Dachboden

 

 
 

DER GASTANK

Mit der ersten Jahresabrechnung wurde uns vom Vermieter die Tankmiete für den Flüssiggastank berechnet. Dies ist aber unzulässig und darf nicht auf den Mieter abgewälzt werden. Die Tankmiete ist allein Sache des Eigentümers. Natürlich war er davon nicht begeistert, musste aber nach mehreren Gesprächen und Briefen klein Nachgeben. Offenbar hatte er sich dann selbst mal schlau gemacht. Damit war natürlich Dauerzoff vorprogrammiert. Das Dach, das Fachwerk, die Fenster und die Fensterbänke waren von aussen in einem desolaten Zustand und hätten dringend eine Instandsetzung benötigt und sind uns bei Einzug auch zugesagt worden.  Er war für kein Problem mehr ansprechbar und hat sich um nichts mehr gekümmert. Hauptsache er bekommt seine Miete! Mieter sind einfach nur ein notwendiges Übel, mit dem ein Vermieter Leben muss. Ansonsten sind Mieter Menschen zweiter Klasse!

 

 
 

DIE HEIZUNG

Dann kam der nächste Winter. Wir hatten über Wochen Temperaturen bis zu -25°C. Jetzt zeigte sich,. dass das Haus mit der vorhandenen Gasheizung nicht vernünftig geheizt werden konnte. Es war lediglich eine Raumtemperatur von maximal 17-18°C zu erreichen. Und die Heizung lief und lief und lief ...... und der Gastank war schneller leer als man nachbestellen konnte. Es entstanden monatliche Heizkosten von 500 - 600 Euro. Gefroren haben wir trotzdem. Zusätzlich ist im oberen Badezimmer und in der Küche die Wasserleitung eingefroren. Das Badezimmer konnte eine Woche und die Küche vier Wochen nur eingeschränkt benutzt werden. Auch das interessierte Hans-Jürgen G. nur wenig. Im darauf folgenden Winter passierte genau das Selbe wieder. Frieren müssen, kein Wasser benutzen können und Heizkosten haben wie in einem Hochhaus. Nun, kein Wunder. Fenster die nicht dicht schliessen, Dach und Wände nicht isoliert, Wasser- und Heizungsrohre die durch unbeheizte Keller- und Nebengebäude oder an vertäfelten Aussenwänden verlaufen. Zugige, nicht isolierte Zwischendecken, die offenen Zugang nach aussen haben. Eine viel zu kleine Gastherme für die Wohnfläche.

 

Temperatur am Fenster

Temperatur der Heizung

Temperatur am Fenster

Temperatur der Heizung

       

Temperatur am Fenster

Temperatur am Fenster

Temperatur im Schrank an der Aussenwand

Temperatur an der Haustür innen

       

Temperatur vor der Haustür innen

Vereistes Türschloss innen

Temperatur an der Dachluke innen

 

 

 
 

OVAG - STROM

Nach fünf Monaten Mietzeit bekamen wir dann die erste Strom-Abrechnung der OVAG. Eine Nachzahlung in Höhe € 1200,00 und Abschlagszahlungen von ca. € 300,00 monatlich. Upps, das war heftig. Aber noch gar nichts im Vergleich was dann kam. Im Jahr darauf sollten wir fast € 9.000,00 nachzahlen und Abschlagszahlungen von ca. € 550,00 monatlich leisten. Auf Nachfrage bei Hans-Jürgen G. hat er nur gelacht und erklärt, er wäre seinerzeit bei fünf Personen mit € 50,00 monatlich ausgekommen. Alles andere wäre unser Problem. War es letztendlich auch. Wir sollten zahlen. Nur woher nehmen? Gut, wir haben den Verbrauch bestritten und dann gegen die OVAG geklagt. Vom Gericht wurde eine Prüfung des Zählers angeordnet. Zu diesem Zweck wurde der Zähler ausgebaut um von einem Sachverständigen geprüft zu werden. Der Prüfbericht kam irgendwann und wer hat den Zähler geprüft? Die OVAG selbst hat geprüft und den Zähler für in Ordnung befunden. Logisch, was denn sonst? Würde die OVAG sich selbst ein Ei ins Nest legen? Das ist ungefähr so, als hätte ich jemanden ermordet und wäre dann der Richter in meinem Mordprozess und müsste ein Urteil gegen mich sprechen!

 

 
 

DIE FASSADE

Das Haus war über 200 Jahre alt, das wussten wir. Innen war es ja auch ganz ordentlich und aussen wollte Hans-Jürgen G. auch noch einiges machen. Nur wann, fragten wir uns. Während unserer Mietzeit offensichtlich nicht. Die Fensterbänke und Fenster waren aussen völlig verrottet. Die Aussenwände hätten dringend etwas Farbe benötigt. All dies hätte er machen wollen. Denkste, Hauptsache die Kohle kommt!

Fensterbank und Fassade

Fensterbank

Fenster

DIESE GESCHICHTE GEHT NOCH WEITER.

DAS WIRD IN KÜRZE NOCH ERGÄNZT.